Lettland

Gutshaus Kautzemünde

Gutshaus Kautzemuende 29

Eckdaten

  • Baujahr: ca. 1780
  • Lage: 8 km von Rundāle, 70 km von Riga
  • Objektanschrift: Saulaine, Gemeinde Rundāle, Kreis Bauska
  • Nutzfläche Herrenhaus: 2.905 qm
  • Grundstücksfläche: 45.900 qm
  • Eigentümer: privat
  • Kaufpreis: 300.000 €
  • Provision: 3,5% inkl. MwSt für den Käufer
  • Widerrufsbelehrung

Beschreibung

Kautzemünde (Kaucmindes) liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zum „kurländischen Versailles“ genannten Herzogsschloss Rundale (Ruhenthal).  Kautzemünde ist erst im Laufe der Zeit durch Zusammenlegung mehrerer Güter entstanden.

Im Jahre 1513 hatte der Landmeister des Deutschen Ordens, Wolter von Plettenberg den Ordensritter Martin Schulte mit einem Stück Land belehnt. Eine zweite Belehnung erfolgte bereits 1469 mit einem weiteren Stück Land. Diese beiden Belehnungen waren der Grundstein für das spätere 1350 ha große Gut Kautzemünde.

Die Familie v. Schulte blieb bis zum Jahre 1753 Besitzer des Gutes. Durch Verkauf im Zuge diverser Erbteilungen kam Kautzemünde in den Besitz der baltischen Familie v. Schoeppingk. Als Erbin hatte der Baron Schoeppingk seine einzige Tochter Juliane eingesetzt. Diese heiratete den in russischen Diensten stehende Major Baron Peter von der Pahlen. 

Peter von der Pahlen hat tiefe Spuren, nicht nur in der Geschichte Kurlands, sondern durch seinen Aufstieg am Zarenhof in der Geschichte Russlands hinterlassen. 1799 wurde er in den Grafenstand erhoben und Großkanzler des Malteserordens. Am bekanntesten wurde er jedoch durch seine Rolle bei der Ermordung des Zaren Paul I. Dessen Sohn und Nachfolger Alexander I. schickte den von der Pahlen dann auch sicherheitshalber auf seine Güter in Kurland. Für Kautzmünde blieb das dann auch nicht ohne Folgen, denn er sanierte nicht nur den Gutsbetrieb und vergrößerte den Besitz, sondern erbaute auch das heutige Herrenhaus. In der Familie von der Pahlen blieb Kautzemünde bis zur lettischen Landreform 1920.

Auf Grund der stilistischen Merkmale lässt sich der Bau des Herrenhauses um das Jahr 1780 datieren. Auch ohne urkundliche Belege ist zu vermuten, dass das Haus nach Plänen des Baumeisters Severin Jensen, der ab 1772 Hofarchitekt des kurländischen Herzogs war, gebaut wurde. 

Aus der Zeit des Grafen Peter von der Pahlen (1824-1907) stammen die meisten geräumigen Wirtschaftsgebäude des Gutshofes. Auch veränderte er die innere Raumordnung des Hauses. Das für das häusliche Leben unbequeme Enfiladesystem der ineinander gehenden Zimmer und die in der Regel engen Treppenhäusern wurde geändert.

Zur Zeit des Grafen Paul von der Pahlen (1862-1942), des letzten Eigentümers, fand die letzte und umfangreichste bauliche Veränderung des Schlosses unter der Leitung des Architekten Leo Reynier statt. Auf Grund der vielköpfigen Kinderschar der gräflichen Familie reichten die vorhandenen Räumlichkeiten nicht mehr. Deshalb nahm man die Aufstockung der Seitenflügel in Angriff und verband diese außerdem mit dem Haupthaus. Es entstand die heutige hufeisenförmige Ansicht.

Nach der Übernahme durch die junge lettische Republik wurde im Schloss zunächst eine Haushaltungsschule eingerichtet. In der sowjetischen Zeit diente es als Wohnheim und Kindergarten. Nach der erneuten Unabhängigkeit Lettlands wurde das Schloss privatisiert. Leider wurden seitdem nur unzulängliche Erhaltungsmaßnahmen vorgenommen und zuletzt verfiel das Haus zusehends.

Der heutige Zustand ist somit als ruinös zu bezeichnen. Jedoch hat das Haus ausreichend Potential und Größe, um mit einer guten Idee und natürlich mit dem entsprechenden Kapitaleinsatz hieraus ein interessantes Projekt zu machen. Es wäre nicht das erste Haus, dass aus einer Ruine wiederauferstanden wäre.

Bildergalerie

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