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Schloss Ivenack feiert nach 430 Jahren drittes “Richtfest”

 

Eeigentlich darf ein Richtfest nur gefeiert werden, wenn ein Dachstuhl samt Gebäude neu errichtet wurde. Für Schloss Ivenack gab es daher keine Richtkrone, als am 20. Juni 2019 die Einweihung des neuen Dachstuhls gefeiert wurde.

Schloss Ivenack hatte sein erstes Richtfest bereits 1590, erbaut als Schloss von Johann VII. Herzog zu Mecklenburg (-Schwerin) auf einem noch wesentlich älteren Vorgängerbau einer Zisterzienserklosteranlage. Ein zweites Richtfest erlebte das Haus dann nach Umbau zum Herrenhaus durch die Familie von Kopelow, bzw. die Reichsgrafen von Plessen.

Heute ist es Lars Fogh, ein dänischer Geschäftsmann, der es als neuer Inhaber die Schwierigkeiten einer denkmalschutzgerechten Sanierung dieser Größenordnung auf sich nimmt. “Andere haben Albträume von Unfällen oder Krankheiten – meine Albträume waren der gemeine Hausschwamm” so sagte Lars Fogh bei der kleinen Feier zum “Richtfest”. Der Schwammbefall betraf praktisch das ganze Haus und war und ist noch immer ein ständiger und sehr kostspieliger Begleiter.

Manfred Achtenhagen, Vorsitzender des Vereins der Schlösser, Guts- & Herrenhäuser MV, Makler und Projektleiter in Ivenack, stimmt der Sanierungsfortschritt optimistisch. Er sieht in der Sanierung durch Privatleute eine Zukunft für die vielen maroden Gutsanlagen. “Es muss nicht immer der Staat sein, wie im Falle der anderen großen Schlösser im Land, der die Häuser rettet. Oftmals würde es schon reichen, wenn das bereits vorhandene, private Engagement gezielt gefördert wird, wie hier in Ivenack. Hilfe zur Selbsthilfe ist die Devise.”

Maßgeblich dazu beigetragen hat der auch anwesende Eckhardt Rehberg, Bundestagsabgeordneter der CDU mit Wahlkreis in Mecklenburg Vorpommern. Er hat sich dafür eingesetzt, dass die Sanierung der Schlossanlage als nationales Kulturdenkmal eine Förderung im Millionenbereich vom Bund erhält.

Das mit der Sanierung betraute Architekturbüro Kühn-von Kaehne und Lange sprach ihren Dank denen aus, die täglich an den Dächern des dreiflügeligen Schlosskomplexes mitgearbeitet haben. Das sind neben Planern, Statiker und Sachverständigen vor allem zahlreiche Zimmerleute und Dachdecker, die Hunderte Balken gestützt, ersetzt oder erneuert haben. Auch seine drei, die Silhouette des Hauses prägenden Schornsteine hat das Haus nun zurückerhalten.

Zu den ganz großen Unterstützer gehört auch Marion von Keller, die selbst in den vielen Jahre für das Haus gekämpft hat, als es noch dem Verfall preisgeben war. Seit Sanierungsbeginn ist sie beratend tätig, als Nachfahrin der letzten Eigentümerfamilie Freiherren von Maltzahn Grafen von Plessen, die noch einen Teil ihrer Kindheit in Ivenack verbracht hat und sich an viele Originalgegebenheiten erinnern kann.

Fotos von Sebastian Haerter

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