Deutschland

Schloss & Gutsanlage Wardow

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Eckdaten

  • Baujahr: 1840
  • Lage: 4 km östlich von Laage, 15 km zur A 19, 30 km nach Rostock, 10 km zum Flughafen Rostock Laage
  • Adresse: 18299 Wardow, LK Rostock
  • Nutzfläche: Schloss ca. 1.500 qm, weitere rund 1.000 qm Nutzfläche (Kornspeicher, Verwalterhaus und ehemalige „Alte Schmiede“)
  • Grundstücksfläche: 80.951 qm
  • Eigentümer: privat
  • Preis: auf Anfrage
  • Provision: provisionsfrei für den Käufer
  • Widerrufsbelehrung

Beschreibung

Südlich der Hansestadt Rostock, 4 km östlich der Stadt Laage liegt das ehemalige Gutsdorf Wardow (slawisch: Vardov). 1270 erstmalig erwähnt, hatte der Ort schon im Mittelalter eine gewisse Bedeutung. Durch Wardow führte Mecklenburgs älteste Handelsstraße, die „Via Regia“. Eine Wallburg, dessen Erdanlage noch gut erkennbar am Rande des Gutsparks zu sehen ist, schützte den Handelsweg.

Als erstmalige Besitzer, zumindest von Teilen des Dorfes, wird 1374 Geuerd v. Moltke erwähnt. Seit dem 16. Jahrhundert war Wardow im Besitz der Familie v. Lehsten. Professor Schlie schreibt dazu: „der Landrath Hans Friedrich von Lehsten auf Wardow, Boddien, Dölitz, Schönau, Wesselstorf, etc., geb. 1621, gest. 1677 war ein weitgereister und gelehrter Herr, der als Kanzleidirektor und Landrath dem Herzog Gustav Adolph wichtige Dienste leistete.

Ab 1728 waren die Grafen von Bassewitz Eigentümer des ca. 1000 ha großen Gutes. Nach 1838 kam der Erbland Mundschenk Kammerherr Helmuth v. Heyden-Linden in den Besitz von Wardow, der auch dann der Bauherr des heutigen Herrenhauses war. Doch schon 1852 wechselte das Gut erneut den Besitzer und die Familie v. Mierendorff erwarb Wardow und behielt es, bzw. deren Erben, bis zur Aufsiedlung im Jahre 1934.

Zur Baugeschichte des Schlosses lässt sich auf Grund der historischen Fotos folgendes sagen: Auf einem Sockel aus Granitquadern steht ein verputzter, asymmetrischer Bau im Stile der Tudorgotik. Der oktogonale Turm an der Südwestecke, mit seinem Zinnenkranz als Abschluss, überragt das Gebäude und ist ein typisches Element des mittelalterlichen Tudorstils. An der Hoffront dominiert der Eingangsrisalit. Hier ist das Portal als Halle erbaut, zu der eine breite Freitreppe führt. Die Mittel- und Seitenrisalite sind ebenfalls mit oktogonalen Pfeilern gekrönt. Alle diese Elemente der Tudorgotik stammen wohl aus dem Musterbuch eines Schinkelschülers.

1970 wurde das Haus „saniert“ und dabei gründlich vereinfacht. Im Haus sind eine Reihe von historischen Details erhalten. Die Großzügigkeit der Räume und Säle ermöglicht eine vielfältige Nutzung. Das Schloss ist zu einem kleinen Teil im Inneren saniert und wird von den Eigentümern zu ca. ¼ bewohnt.

Zum Ensemble gehören weiter: der historische Kornspeicher, der 2018 saniert wurde, das ehemalige Verwalterhaus, das jedoch seit mehr als 10 Jahren leer steht und stark sanierungsbedürftig ist und die ehemalige „Alte Schmiede“.

Ein bemerkenswerter, ca. 6 ha großer, englischer Landschaftspark mit einer ganzen Reihe von mächtigen Solitären umschließt das Schlossensemble. Hier wechseln sich große Freiflächen mit naturbelassenem Wald ab. Ein großer Teich/See begrenzt den Park und das Grundstück nach Westen. Das gesamte Ensemble, bis auf das kleine Wohnhaus „Alte Schmiede“, steht unter Denkmalschutz.

Die Eigentümer haben in den letzten Jahren mit dem Aufbau einer ökologischen Landwirtschaft begonnen und dazu weitere Flächen gepachtet. Nun wird ein neuer Eigentümer gesucht, mit Kapital und Ideen um die Sanierung und Inwertsetzung des Ensembles zu vollenden.

Bildergalerie

Karte

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