Deutschland

Gutshaus Gressow

 

  • Baujahr: Anfang 18.Jh, innen mehrere Umbauphasen
  • Lage: 9 km westlich von Wismar, 10 km zum Ostseestrand der Wismarer Bucht, 10 min. bis zur A 20
  • Adresse: Am Dorfanger 4, 23968 Gressow, Gemeinde Gägelow, LK Nordwest Mecklenburg
  • Nutzfläche: ca. 600 qm
  • Grundstücksfläche: 2600 qm
  • Eigentümer: privat
  • Preis: 200.000 €
  • Provision: 3,5 %, inkl. MWST für den Käufer
  • Widerrufsbelehrung

 

Nur knapp 10 km vom Ostseestrand entfernt, 9 km westlich von Wismar, liegt das Gutshaus des ehemaligen Gutes Gressow. Gressow ist wohl ursprünglich eine slawische Gründung (Gresov). Die älteste Nachricht über den Ort stammt aus dem Jahre 1158 und damals war Gressow dem Bischof von Ratzeburg zugehörig.

Bemerkenswert ist, dass Gressow bereits im Jahre 1529 den ersten evangelischen Prediger hatte und damit einige Zeit vor der offiziellen Reformation in Mecklenburg. 1640 verkauft der Herzog Adolph Friedrich für die Summe von 8000 Gulden das Gut Gressow nebst der Fischerei auf dem Gressower und Tressower See als erbliches Allod an die Brüder v. Plessen auf Müsselmow.

1794 war der Kammerherr Adolph Friedrich v. Witzendorf Eigentümer. Danach wechselte das ca. 500 ha große Gut mehrfach den Besitzer, bis es 1833 schließlich an den Hofrath Carl Johann Conrad Hennemann kam. Von dessen Witwe kaufte es 1889 das Großherzogliche Finanzministerium für das Domanium und verpachtete es. Letzter Pächter vor 1945 war Karl Borgwardt. Während der DDR Zeit hatte das Haus unterschiedlichste Nutzungen. Zuletzt diente es in erster Linie Wohnzwecken.

Vermutlich wurde das heutige Gutshaus Anfang des 19. Jahrhunderts, möglicherweise auf dem Keller eines Vorgängerbaus errichtet. Das Gutshaus ist ein eingeschossiger Fachwerkbau über Feldsteinsockel und Teilkeller von 9 Achsen (24 x 13,5m) mit mächtigem Krüppelwalmdach und vorkragenden übergiebelten Zwerchhäusern.

An der Hofseite ist die dreiachsige Mitte als flacher Risalit ausgebildet. Die Haustür ist zweiflügelig mit einem geschnitzten Oberlicht und geschweiften Füllungen. An der linken Giebelseite, etwas nach hinten versetzt, ist ein flacher Wirtschaftsanbau in Backstein angebaut.

Trotz der diversen Umbauten und Missnutzungen der Zeit nach 1945 haben sich Im Inneren einige bauzeitliche Elemente, wie Türen und Treppen erhalten. Der lange Leerstand und mangende Unterhaltung haben zu erheblich Schäden im Balkenwerk des Hauses geführt. Die jetzigen Eigentümer haben deshalb ein Schadholzregister anlegen lassen, nach dem die Hölzer ausgetauscht werden können.

Das Haus ist im Zuge der Bodenreform in eine 2/3 und eine 1/3 große Hälfte geteilt worden, so dass es heute über zwei Flurstücke geht und zwei separate Eigentümer hat. Zum Verkauf steht jetzt jedoch das ganze Haus. Für den 2/3 großen Teil existiert eine Kostenschätzung für die Sanierung mit einer denkmalrechtlichen Genehmigung für die Entwurfsplanung.

Das linke Flurstück hat eine Größe von 1300 qm. Von dem rechten Flurstück, das größer ist, soll eine ebenfalls ca. 1300 qm große Teilfläche verkauft werden. Das rechte Flurstück grenzt an den kleinen Gressower See, der jedoch durch die Trockenheit der letzten Jahre langsam verlandet.