Deutschland

Gutshaus Breechen

 

    • Baujahr: Anfang 18.Jh./ Umbau Anfang 20.Jh.
    • Lage: 1,5 km nördlich von Jarmen, 4,5 km südwestlich von Gützkow, an der alten B96, jetzt L35, 2 min. bis zur A20. Greifswald 18 km, Stralsund 55 km, Berlin 190 km entfernt. Zum Strand der Insel Usedom fährt man ca. 40 min.
    • Adresse: Peenestr. 16, 17506 Gützkow, OT Breechen, Amt Züsow, LK Vorpommern-Greifswald
    • Nutzfläche: Gutshaus mit 17 Räumen auf 2 Ebenen mit ca. 375 qm Nutzfläche, Wirtschaftshaus auf 2 Ebenen mit ca. 300 qm Nutzfläche, Keller ca. 100 qm.
    • Grundstücksfläche: 3.750 qm
    • Eigentümer: private Gesellschaft
    • Preis: 165.000 €
    • Provision: 3,5 % zuzügl. der gesetzlichen MWST für den Käufer
    • Widerrufsbelehrung

     

    B reechen ist wohl eine slawische Gründung (Brjeh – Ufer) und bezeichnete die Lage am Ufer der Peene. 1,5 km nördlich von Jarmen, dem Amt Gützkow zugehörig, liegt das Gutshaus des ehemaligen Rittergutes Breechen.

    Die älteste Nachricht über Dorf und Gut stammt aus dem Jahre 1629, da gehörte Breechen zum fürstlichen Domanio und Herzog Bogislav XIV verschrieb es seinem Kammerjunker Victor Horn zum Erbeigentum. In dessen Besitz blieb es jedoch nicht lange. 1708 ist ein Rittmeister v. Normann als Eigentümer aufgeführt, 1782 die Familie v. Hardt und 1802 die nobilitierte Wolgaster Kaufmannsfamilie v. Homeyer. Seit 1834 ist die Wolgaster Familie Schmidt Eigentümer, die dann auch 1849 in den Rittergutsmartikel aufgeführt wird.

    1928 war Ernst v. Heyden der letzte Besitzer des 266 ha großen Gutes, bevor es aufgesiedelt wurde. 1939 verzeichnet das pommersche Güteradressbuch einen Ernst Fründ als Eigentümer des 35 ha großen Resthofes, der wohl die Basis des ebenfalls dort verzeichneten Gasthofes war. Während der DDR Zeit hatte das Haus unterschiedlichste Nutzungen. Von einer ersten Heimstatt für die vielen Ostflüchtlinge bis zu einer kleinen Schuhfabrik im Wirtschaftstrakt reichte die Palette.

    Vermutlich wurde das heutige Gutshaus bereits zum Anfang des 18. Jahrhunderts errichtet und später überformt. Das von außen relativ klein wirkende eingeschossige Haus (18 x 9,5m) hat sieben Achsen und steht auf einem flachen, verputzten Sockel. Ein mächtiges Satteldach schließt das Haus nach oben ab.

    Die beiden Zwerchhäuser an den Fronten entstanden in ihrer heutigen Form wohl erst zum Anfang des 20. Jahrhunderts im Stile der Heimatschutzarchitektur des Schultze-Naumann. Die so entstandene Optik des Hauses ist recht ungewöhnlich und sucht ihresgleichen im Lande. Das an die westliche Gebäudeecke angebaute Wirtschaftsgebäude stammt vermutlich auch aus der Umbauzeit Anfang des 20. Jahrhunderts.

    Das Haupthaus ist mit einem Tonnengewölbe teilunterkellert. Es haben sich erstaunlich viele historische Ausstattungsdetails verschiedener Stilarten im Inneren des Hauses erhalten. In der Eingangshalle besteht der Fußboden aus Ölandsteinplatten, ansonsten sind sowohl Dielen und Parkettböden und in der ehemaligen Küche auch bauzeitliche Fliesen in unterschiedlichen Erhaltungszuständen vorhanden.

    Im Gartensaal befindet sich ein offener Kamin, ansonsten wurde das Haus mit Kachelöfen geheizt. Ob der großzügige Saal im Obergeschoss in der Umbauphase Anfang des 20.Jhdts entstand und wie er genutzt wurde, gilt es noch zu ergründen.

    Das Haus ist an die öffentliche Wasserver-, bzw. -entsorgung angeschlossen. Alle Hausanschlüsse wurden 2015 neu gelegt, jedoch müssen alle inneren Installationen erneuert werden.