Deutschland

Gutsverwalterhaus Radewitz

 

  • Baujahr: wohl Anfang 18. Jahrhundert, vielleicht auch älter
  • Lage: 5 km westlich von Penkun, 3 km südöstlich von Schmölln, A11 Abfahrt Schmölln 3 km, Berlin 1,5 h, Stettin 30 min
  • Adresse: Zur Autobahn 2, 17328 Penkun, OT Radewitz, LK Vorpommern-Greifswald
  • Nutzfläche: ca. 340 qm
  • Grundstücksfläche: ca. 4.470 qm
  • Eigentümer: privat
  • Preis: 50.000 €
  • Provision: 3,5 % zuzügl. der gesetzlichen MWST für den Käufer
  • Widerrufsbelehrung

 

Etwa 5 km westlich von Penkun, in landschaftlich schöner Lage, liegt das ehemalige Gutsdorf Radewitz. Erstmalig 1289 erwähnt, hatte der Ort schon nach 1480, genau wie die umliegenden Dörfer und die Stadt Penkun, einen gemeinsamen Besitzer. Zunächst den pommerschen Herzöge gehörig, ging der Besitz schon um 1480 an die Familie von der Schulenburg über.

Im Jahre 1615 verkaufte Joachim II. v. d. Schulenburg Penkun und damit auch Radewitz an den Landrat und Landeshauptmann Henning von der Osten. Mitte des 18. Jahrhunderts kam dann der Geheime Staatsminister Ehrenreich Bogislaw von Creutz in den Besitz der Güter, dessen Tochter und Alleinerbin es dem Christian Graf von Hacke mit in die Ehe brachte. Die Familie v. Hacke blieb bis 1817 Eigentümer, bis schließlich die Familie v. d. Osten das Gut zurück erwarb und damit 1945 enteignet wurde.

Die Gutshofanlage von Radewitz dürfte bereits im 14. Jahrhundert in Teilen entstanden sein und danach ständig umgebaut, bzw. erweitert worden sein. Die Anlage des Schlosses und der ersten Form des Gartens wird wohl im Laufe des 18.Jahrhunderts durch die Familie von Hacke erfolgt sein. Hingegen die Umgestaltung des Parks zu einem englischen Landschaftsgarten durch die Familie v. d. Osten. Zu DDR Zeiten leider sehr vereinfacht, ist heute eigentlich nur noch der Park sehenswert.

Sowohl auf dem Urmesstischblatt von 1827, als auch auf dem Messtischblatt von 1887 ist das zum Verkauf stehende Haus (wohl das Haus des Gutsverwalters?) westlich des Schlosses eingezeichnet. Gleichwohl dürfte das Haus noch um einiges älter sein.

Das 7-achsige Haus steht auf einem mächtigen Feldsteinsockel und ist mit einem hohen Mansarddach bekrönt. Mit seinen, um ein Fachwerk herum, komplett aus Lehmziegeln erbauten Wänden, steht das Haus ziemlich einzigartig in der Baukultur der Region. Auch die freigelegten Tonnengewölbe des Kellers sind bemerkenswert.

Das Haus ist komplett entkernt und mit der Sicherung und behutsamen, der Einzigartigkeit des Gebäudes angemessenen, Teilsanierung wurde begonnen. Alle öffentlichen Versorgungen (Strom, Wasser, Abwasser) liegen unmittelbar am Haus an, sind jedoch noch nicht angeschlossen. Auf dem Grundstück steht außerdem ein mit den Grundmauern erhaltenes ehemaliges Stallgebäude.

Alles in allem, ein ob seiner ungewöhnlichen Bauweise überaus interessantes Objekt, dass von seinem neuen Besitzer mit Liebe und Mut zum Außergewöhnlichen angenommen werden muss!