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Tagesablauf auf dem Gut - Pferde bei der Feldarbeit

Ein typischer Tagesablauf auf dem Gut

 

Schilderung aus den Erinnerungen an das Gut Holldorf bei Burg Stargard in Mecklenburg von Friedrich Karl Rabes, erschienen im Sammelband “Ländliches Leben in Mecklenburg in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts”.

Die Gespannführer begannen um 4 Uhr, jeweils „ihre” vier Pferde zu füttern, zu putzen und zu misten. Dann kam der Verwalter, um jedem Gespannführer die tägliche Futterration für seine vier Pferde zuzuteilen und die anstehende Arbeit zu besprechen. Jeder Gespannführer bewahrte „seine” Futterration für einen Tag in einer abschließbaren Futterkiste auf. Gegen 5 Uhr 30 ging jeder in seine Wohnung zum Frühstück.

Alle anderen Arbeiter versammelten sich um 5 Uhr 45 vor oder in der Schmiede zur Arbeitseinteilung. Punkt 6 Uhr begann die Arbeit auf dem Feld oder dem Hof. Von 8 Uhr 30 bis 9 Uhr war Frühstückspause an der jeweiligen Arbeitsstelle. Zur Mittagspause von 12 Uhr bis 13 Uhr 30 kamen alle nach Hause, die Pferde mußten gefüttert werden und ausruhen, die Leute gingen zum Essen. Punkt 13 Uhr 30 ging es wieder raus, von 16 Uhr bis 16 Uhr 30 war Kaffeepause draußen. Um 18 Uhr war im allgemeinen Feierabend mit Pferde füttern und einstreuen.

Bei großem Arbeitsanfall im Sommer wurde länger gearbeitet. Im Winter wurde um 7 Uhr begonnen, manchmal mittags durchgearbeitet, dann war um 14 Uhr Arbeitsende auf dem Feld. Die Arbeitszeiten richteten sich v. a. nach den Pferden, Futterzeiten und lange Wegestrecken zu weit entfernten Feldern mussten bedacht werden.

Der Melker ging morgens um 4 Uhr in den Stall, da der Milchwagen um 6 Uhr 30 zur Molkerei nach Burg Stargard losfahren musste. Nach dem Melken, Füttern und Misten ging er zum Frühstück, dann musste das Futter zubereitet werden, dann kamen die Milchkannen aus der Molkerei zurück und mussten gereinigt werden. Nach längerer Mittagspause wurde wieder gemolken, gefüttert, gemistet, die abendliche Milch wurde bis zum Morgen im Wasserbad gekühlt. Im Sommer waren die Kühe auf der Weide oder abschnittsweise angebunden auf dem Kleefeld. Der Melker fuhr dann mit einem Wagen (den Bullen vorgespannt) die Milchkannen raus zum Melken, Wenn die Kühe auf dem Klee angebunden waren, musste er nach dem Melken noch mal den Wasserwagen mit nachgezogenem Trog (ebenfalls den Bullen vorgespannt) langsam an den Kühen zweimal zum Tränken entlangfahren.

Der Schweinemeister fing gegen 5 Uhr 30 an, die Schweine zu futtern und zu misten. Da wir nur relativ wenig Schweine hatten, verrichtete er noch andere Arbeiten: Er fuhr um 6 Uhr 30 die Milch zur Molkerei in Burg Stargard, brachte von dort gegen 10 Uhr 30 Mager- und Buttermilch für Kälber und Schweine mit zurück auf den Hof, dazu eventuell für den Betrieb notwendige Einkäufe. Dann bereitete er die Schrotmischungen für die Kühe und Schweine zu, dämpfte Kartoffeln für die Schweine oder holte im Sommer eventuell Grünfutter für die Pferde oder verrichtete sonst nötige Hofarbeiten, bis er nachmittags wieder die Schweine versorgen musste.

Wie Gutsbesitzer als Reeder reich wurden

 

Wie die mecklenburgischen und pommerschen Gutsbesitzer zu Reedern wurden und mit ihren Schiffen die Meere befuhren.

Durch die Aufhebung der Navigationsakte, den Krim-Krieg, aber auch durch den Beginn des industriellen Zeitalters, mit einer ersten Bevölkerungsexplosion in den Ballungsgebieten, blühte das Geschäft mit Getreide. Der mecklenburgische Kornexport erreicht 1854 mit über 1.035 Millionen Zentnern seinen vorläufigen Höhepunkt. Aber auch die Zeit danach bis 1867 wies eine Kontinuität auf, wie man sie bis dahin nicht gekannt hatte.

Was also lag für die Getreideproduzenten, die Gutsbesitzer, näher, als sich so eng als möglich an diesem Boom zu beteiligen. Es entstand die damals übliche Form der Bereedung der Getreideschiffe durch eine sogenannte Partenreederei. Das heißt mehrere Interessenten und Geldgeber taten sich zusammen und finanzierten den Bau eines Schiffes. Durch die Höhe des Anteils war man dann am Gewinn des Schiffes beteiligt. Die mecklenburgisch-pommerschen Gutsherren verdienten damit also doppelt – einmal als Getreideverkäufer direkt und nochmals über die beträchtlichen Gewinne der ihnen mitgehörenden Schiffe. In der heißen Phase des Krim-Krieges „bezahlte“ sich ein solches Schiff sogar schon nach 3-4 „Blockadefahrten“.

Die meisten Schiffe fuhren mindestens 10 Jahre erfolgreich, z.B. die „Wilhelm von Flotow“ 28 Jahre lang, bis sie 1876 auf einer Reise von Leith nach Wismar verschollen blieb.

Stellmacherei Ludorf/Müritz

 

  • Baujahr: ca. 1870/1992
  • Lage: 5 km südöstlich der Stadt Röbel/Müritz, 15 km zur Anschlussstelle Röbel/Müritz der A19, Berlin ca. 120 km, Rostock ca. 90 km
  • Adresse: Rondell 1, 17207 Ludorf/Müritz, Amt Röbel/Müritz, LK Mecklenburgische Seenplatte
  • Nutzfläche: ca. 600 qm
  • Grundstücksfläche: 2069 qm
  • Eigentümer: privat
  • Preis: 590.000,00 €
  • Provision: 3,5 % zuzügl. der gesetzlichen MWST für den Käufer
  • Widerrufsbelehrung

 

Ludorf, die Gemeinde mit der längsten Binnenwassergrenze Deutschlands – 15 km Müritzufer, liegt 5 km südlich der kleinen Hafenstadt Röbel und nur 15 km von der gleichnamigen Autobahnabfahrt der A19 entfernt.

Die 1000-jährige Geschichte Mecklenburgs lässt sich noch heute in diesem typischen ostelbischen Gutsdorf eindrucksvoll erleben. Vom slawischen Burgwall der Morizaner, über die Anlage einer typischen deutschen Niederungsburg und Mecklenburgs berühmtester Dorfkirche aus dem 12. Jhdt., bis zum barocken Herrenhaus des 17. Jhdt. und den Wirtschaftsgebäuden des 19. Jhdt., spannt sich die Palette der Zeugnisse der wechselvollen Geschichte des Ortes.

Durch die Lage am Ufer Deutschlands größtem Binnensee hat Ludorf einen hohen Freizeitwert. Ein Hotel der gehobenen Kategorie mit einer ausgezeichneten Küche und ein Familienhotel mit Reitstall, sowie eine ganze Reihe von Ferienwohnungen befriedigen die unterschiedlichen Gästeansprüche. Die Ludorfer Marina hat 40 Liegeplätze mit allen Ver- und Entsorgungseinrichtungen.

Ein großer Teil der Gemeindefläche, besonders die Halbinseln Großer Schwerin und Steinhorn, steht unter Naturschutz. Frühjahr und Herbst ist die Zeit der Kraniche und Wildgänse. Bis zu 7.000 Kraniche sind jeden Herbst für mehrere Wochen unüberhörbare Gäste in der Ludorfer Feldmark.

Die hier zum Verkauf stehende ehemalige Stellmacherei des Gutes ist der rechte Teil des dreiflügeligen Gebäudes gleich neben dem historischen Gutshaus. Das Haus wurde nach der Wende saniert und umgebaut und beherbergt heute 4 Einheiten, die bisher als Ferienwohnungen von je ca. 55 qm, genutzt wurden. Weiter eine kleine (50 qm) und eine große Wohnung (140 qm), dazu eine Ausbaureserve von ca. 35 qm im OG angrenzend.

Im EG befindet sich ein ca. 100 qm großer Raum, der bisher als Heiz- und Durchgangsraum benutzt wurde und die alte Stellmacherwerkstatt mit weiteren 55 qm. Direkt daneben die Garage, auch nochmals mit ca. 55 qm. Alle zuletzt genannten Räume können jedoch auch anders, z.B. um weiteren Wohnraum zu schaffen, genutzt werden. Es steht somit eine Gesamtwohnfläche von über 500 qm zur Verfügung.

Buderus Ölheizung mit innenliegendem Tank + Solaranlage auf dem Pultdach. Das Haus wird von einem 2000qm großen, sehr schön angelegten Garten mit mehreren Obstbäumen umgeben.

Die Lage des Objektes ermöglicht eine Reihe von Nutzungsarten. Neben einer reinen Wohnnutzung ist ein weiterer Ausbau zu 6 Ferienwohnungen + Gesellschaftsräumen (dazu existieren Pläne) oder eine Mischnutzung aus beiden Varianten möglich. Auch eine Zusammenarbeit mit dem nebenliegenden Hotel im Gutshaus ist denkbar.

 

Alte Landkarte

Wie die Namen der Güter entstanden

 

Woher kommen die Namen der Güter östlich der Elbe? Welche Zusammenhänge gibt es zwischen den früheren Besitzern und den heutigen Namen der Orte?

Nicht selten trugen Güter und ihre Besitzer denselben Namen. So Bernstorf, Blücher, Bohlendorf, Dewitz, Heinrichsruh, Lancken, Lützow, Schlieffenberg oder Schwerinsburg. In den meisten Fällen kennt man die Familien noch, oft lässt es sich aber nicht klären, wer nach wem benannt wurde.

Bernstorf, 1237 erstmals genannt, war beispielsweise der Stammsitz der vermutlich aus Westfalen stammenden adligen Familie Bernstorff, die hier bis 1945 lebte.

Heinrichsruh ist eine nach ihm selbst benannte Gründung des Advokaten Christoph Ludwig Henrici, der im Auftrag der preußischen Könige Friedrich Wilhelm I. und Friedrich II. das fast menschenleere Territorium zwischen Ueckermünder Heide und Friedländer Großer Wiese urbar machen ließ.

Auch Karlsburg und Ulrichshusen lassen sich auch auf frühere Besitzer zurückführen: Ulrich von Moltzan ließ 1562 das Feste Haus errichten und nach sich benennen.

Carl Behrend von Bohlen, der das 1732 vollendete Schloss Karlsburg errichten ließ, wurde erst nach seinem Tode zum Namensgeber des Ortes.

Hinrichshagen, Marxhagen und Philippshagen sind alte Ortsnamen. Die Endung »-hagen« lässt auf eine deutsche Gründung schließen, die vorgesetzten Personennamen weisen auf die Ortsgründer, die Lokatoren. Im Gegensatz dazu lassen sich die meisten auf »-ow«, »-witz« und auf Rügen »-vitz« endenden Namen auf eine slawische Wurzel zurückführen.

Wohl keinen Ortsnamen gibt es so häufig wie »Neuhof« – mehr als dreißig Mal wurde in Mecklenburg und Vorpommern ein neu angelegtes Gut so genannt und behielt auch diesen Namen.

Grundstück Ludorf/Müritz

 

  • Baujahr: ca. 1988/1996
  • Lage: 5 km südöstlich der Stadt Röbel/Müritz, 15 km zur Anschlussstelle Röbel/Müritz der A19, Berlin ca. 120 km, Rostock ca. 90 km
  • Adresse: Kanalweg 1, 17207 Ludorf/Müritz, Amt Röbel/Müritz, LK Mecklenburgische Seenplatte
  • Nutzfläche: Einfamilienhaus: ca. 190 qm, Ferienhaus: ca. 120 qm, diverse überdachte Nutzräume
  • Grundstücksfläche: ca. 4.115 qm
  • Eigentümer: privat
  • Preis: 400.000,– €
  • Provision: 3,5 % zuzügl. der gesetzlichen MWST für den Käufer
  • Widerrufsbelehrung

 

Ludorf, die Gemeinde mit der längsten Binnenwassergrenze Deutschlands – 15 km Müritzufer, liegt 5 km südlich der kleinen Hafenstadt Röbel und nur 15 km von der gleichnamigen Autobahnabfahrt der A19 entfernt.

Die 1000-jährige Geschichte Mecklenburgs lässt sich noch heute in diesem typischen ostelbischen Gutsdorf eindrucksvoll erleben. Vom slawischen Burgwall der Morizaner, über die Anlage einer typischen deutschen Niederungsburg und Mecklenburgs berühmtester Dorfkirche aus dem 12. Jhdt., bis zum barocken Herrenhaus des 17. Jhdt. und den Wirtschaftsgebäuden des 19. Jhdt., spannt sich die Palette der Zeugnisse der wechselvollen Geschichte des Ortes.

Durch die Lage am Ufer Deutschlands größtem Binnensee hat Ludorf einen hohen Freizeitwert. Ein Hotel der gehobenen Kategorie mit einer ausgezeichneten Küche und ein Familienhotel mit Reitstall, sowie eine ganze Reihe von Ferienwohnungen befriedigen die unterschiedlichen Gästeansprüche. Die Ludorfer Marina hat 40 Liegeplätze mit allen Ver- und Entsorgungseinrichtungen.

Ein großer Teil der Gemeindefläche, besonders die Halbinseln Großer Schwerin und Steinhorn, steht unter Naturschutz. Frühjahr und Herbst ist die Zeit der Kraniche und Wildgänse. Bis zu 7.000 Kraniche sind jeden Herbst für mehrere Wochen unüberhörbare Gäste in der Ludorfer Feldmark.

Das hier zum Verkauf stehende Objekt liegt am Rande eines kleinen Wohngebietes mit freiem Blick über die Felder zur Müritz. Das 4115 qm großen Objekt besteht aus mehreren Teilen: einem Einfamilienhaus, Bj. 1988, einem Ferienhaus mit 2 Ferienwohnungen, Bj. 1996, einem großen überdachten Grillplatz/Carport, einer Garage/Werkstatt, sowie 2 weiteren Baugrundstücken.

Das Einfamilienhaus hat im Erdgeschoss Diele, Wohn- und Arbeitszimmer, sowie eine große Küche und ein Gäste WC. Im Obergeschoss befinden sich weitere 3 Zimmer und ein Bad. Das Souterrain ist ebenfalls ausgebaut und beherbergt weitere Wohn- und Nutzräume.

Die Ferienwohnung im Erdgeschoss des separaten Ferienhauses hat Küche, Bad, einen Wohnraum und 2 Schlafzimmer. Ebenfalls im EG des Ferienhauses befindet sich der z.Z. als Werkstatt/Garage genutzte Zusatzraum, sowie ein kleiner Wintergarten. Die Ferienwohnung im OG hat Küche, Bad und einen Wohn/Schlafbereich.

Haupthaus und Ferienhaus werden über eine Ölheizung im Haupthaus geheizt. Alle Versorgungen sind an das örtliche Netz angeschlossen.

An das Haupthaus angeschlossen ist ein großzügig überdachter gepflasterter Freizeitbereich, der entweder als großer Carport oder für diverse Outdoor Aktivitäten genutzt werden kann. Daran schließt ein kleiner Trockenschuppen und ein Brennholzlager an.

Das großzügige Grundstück ist gärtnerisch angelegt und hat einen kleinen und einen größeren Fischteich, sowie diverse Obstbäume.

Nach Osten, in Richtung Müritz wird das Objekt durch zwei, jeweils ca. 1000 qm große, separate Flurstücke begrenzt, die noch unbebaut sind.

 

Gutshaus Niendorf

 

  • Baujahr: ca. 1850/1924
  • Lage: 3 km südöstlich von Teterow an der B 104
  • Nutzfläche: Gutshaus: EG ca. 420 qm, OG/DG ca. 250 qm, Verwalterhaus: EG ca. 250qm, DG Ausbaureserve: ca. 150 qm
  • Grundstücksfläche: ca. 3.100 qm
  • Eigentümer: privat
  • Preis: VHB
  • Provision: 3,5 % zuzügl. der gesetzlichen MWST für den Käufer
  • Widerrufsbelehrung

 

3 km südöstlich von Teterow, an der B104 liegt das ehemalige Domanialgut Niendorf. 1297 erstmalig erwähnt erwarb es zunächst das Kloster Dargun und nach der Säkularisation wurde es ab 1859 als Hausgut des Domaniums geführt. Die ganze Gutsanlage mit den großen Scheunen und Ställen ist gut erhalten und wird genutzt.

Das mit roten Klinkern, wohl Mitte des 19. Jhd. erbaute Gutshaus ist einstöckig mit einem hohen Mansarddach und steht auf einem L-förmigen Grundriss. Die östliche Giebelseite ist zweigeschossig. Durch das stark abfallende Gelände erscheint auf der Rückseite ein hoher Keller aus Feldstein. 1924 wurde der zweigeschossiger Anbau an der Ostseite hinzugefügt. Ebenfalls zu dieser Zeit wird der Eingangsvorbau entstanden sein. Das Haus ist zum großen Teil unterkellert. Im Inneren sind noch einige bauzeitliche Elemente, wie Türen, Treppe und Fenster erhalten.

Das Haus steht seit vielen Jahren leer. Die Mißnutzung und mangelnde Instandhaltung während der DDR Zeit, sowie der lange Leerstand, haben ihre Spuren hinterlassen. Jedoch scheint die Substanz für eine Sanierung noch recht ordentlich zu sein.

Ebenfalls zum Verkaufsobjekt gehört die Hälfte des nordwestlich vom Gutshaus stehende ehemalige Wohnhaus. Hier stehen nochmals ca. 250 qm im Erdgeschoss und ein ausbaufähiges Dachgeschoss zur Verfügung.

Das Grundstück grenzt an den Dorfteich und hat mit einer sehr alten Eibe und zwei starken Eichen auch noch einen kleinen Altbaumbestand.

Gutsverwalterhaus Radewitz

 

  • Baujahr: wohl Anfang 18. Jahrhundert, vielleicht auch älter
  • Lage: 5 km westlich von Penkun, 3 km südöstlich von Schmölln, A11 Abfahrt Schmölln 3 km, Berlin 1,5 h, Stettin 30 min
  • Adresse: Zur Autobahn 2, 17328 Penkun, OT Radewitz, LK Vorpommern-Greifswald
  • Nutzfläche: ca. 340 qm
  • Grundstücksfläche: ca. 4.470 qm
  • Eigentümer: privat
  • Preis: 50.000 €
  • Provision: 3,5 % zuzügl. der gesetzlichen MWST für den Käufer
  • Widerrufsbelehrung

 

Etwa 5 km westlich von Penkun, in landschaftlich schöner Lage, liegt das ehemalige Gutsdorf Radewitz. Erstmalig 1289 erwähnt, hatte der Ort schon nach 1480, genau wie die umliegenden Dörfer und die Stadt Penkun, einen gemeinsamen Besitzer. Zunächst den pommerschen Herzöge gehörig, ging der Besitz schon um 1480 an die Familie von der Schulenburg über.

Im Jahre 1615 verkaufte Joachim II. v. d. Schulenburg Penkun und damit auch Radewitz an den Landrat und Landeshauptmann Henning von der Osten. Mitte des 18. Jahrhunderts kam dann der Geheime Staatsminister Ehrenreich Bogislaw von Creutz in den Besitz der Güter, dessen Tochter und Alleinerbin es dem Christian Graf von Hacke mit in die Ehe brachte. Die Familie v. Hacke blieb bis 1817 Eigentümer, bis schließlich die Familie v. d. Osten das Gut zurück erwarb und damit 1945 enteignet wurde.

Die Gutshofanlage von Radewitz dürfte bereits im 14. Jahrhundert in Teilen entstanden sein und danach ständig umgebaut, bzw. erweitert worden sein. Die Anlage des Schlosses und der ersten Form des Gartens wird wohl im Laufe des 18.Jahrhunderts durch die Familie von Hacke erfolgt sein. Hingegen die Umgestaltung des Parks zu einem englischen Landschaftsgarten durch die Familie v. d. Osten. Zu DDR Zeiten leider sehr vereinfacht, ist heute eigentlich nur noch der Park sehenswert.

Sowohl auf dem Urmesstischblatt von 1827, als auch auf dem Messtischblatt von 1887 ist das zum Verkauf stehende Haus (wohl das Haus des Gutsverwalters?) westlich des Schlosses eingezeichnet. Gleichwohl dürfte das Haus noch um einiges älter sein.

Das 7-achsige Haus steht auf einem mächtigen Feldsteinsockel und ist mit einem hohen Mansarddach bekrönt. Mit seinen, um ein Fachwerk herum, komplett aus Lehmziegeln erbauten Wänden, steht das Haus ziemlich einzigartig in der Baukultur der Region. Auch die freigelegten Tonnengewölbe des Kellers sind bemerkenswert.

Das Haus ist komplett entkernt und mit der Sicherung und behutsamen, der Einzigartigkeit des Gebäudes angemessenen, Teilsanierung wurde begonnen. Alle öffentlichen Versorgungen (Strom, Wasser, Abwasser) liegen unmittelbar am Haus an, sind jedoch noch nicht angeschlossen. Auf dem Grundstück steht außerdem ein mit den Grundmauern erhaltenes ehemaliges Stallgebäude.

Alles in allem, ein ob seiner ungewöhnlichen Bauweise überaus interessantes Objekt, dass von seinem neuen Besitzer mit Liebe und Mut zum Außergewöhnlichen angenommen werden muss!

 

Gutshaus Groß Wormsathen

 

  • Baujahr: 1568 & 1809 & 1906-1913
  • Lage: Kurland/Kurzeme, Riga ca. 168 km, Libau/Liepaja 72 km, Skrunda ca. 18 km
  • Nutzfläche: Herrenhaus: ca. 1.600 qm, diverse Nebengebäude
  • Grundstücksfläche: 20,73 ha
  • Eigentümer: privat
  • Preis: 885.000 €
  • Provision: 3,5 % zuzügl. der gesetzlichen MWST für den Käufer
  • Widerrufsbelehrung

 

Der Wormsahtener Gutskomplex befindet sich in einer der landschaftlich schönsten Gegenden von Kurland, zwischen den Hügeln von Embute und dem Tal der Venta/Windau. Das Herrenhaus von Wormsahten liegt ca. 1 km vor Nīkrāce, am linken Ufer des Flusses Šķērvele.Das Grundstück wird von dem schnellsten Fluss Kurlands, Šķērvelis, durchquert (im Jahr 2009 wurde er außerdem zum reinsten Fluss Lettlands erklärt).

Der ehemalige Landschaftspark war urspünglich der größte und älteste im Baltikum, der in mehreren internationalen Garten- und Parkkatalogen und den Chroniken des 18. und 19.Jahrhunderts verzeichnet war. Direkt vor dem Gutshaus ist der Fluss durch ein Wehr zu einem kleinen See aufgestaut, den man von Herrenhaus überblickt. Früher führte eine Holzbrücke aus dem Obergeschoss des Herrenhauses zum gegenübeliegenden Ufer und weiter in den Park.

Das Gut gehörte seit dem 15. Jahrhundert der urbaltischen Familie von Rosen. Die v. Rosens verloren das Gut im Zuge der schwedischen Güterreduktion, da sie sich auf die Seite des Johann Reinhold v. Patkul, dem Verteidiger der liv- und kurländischen Adelsrechte, schlug. Neuer Besitzer wurde die Familie v. Schlippenbach, auf die wohl die Bauversion von 1809 zurückgeht.

Das 1809 erschienende Buch “Malerische Wanderungen durch Kurland” des Barons Ulrich v. Schlippenbach erwähnt bereits, das auf dem Gutshof von Wormsahten ein Haus steht, das “zweistöckige, aber neue und doch alte gotische Wohnhausformen” aufweist. Außerdem beschreibt Ulrich v. Schlippenbach dort in aller Prosa den geheimnisvolle Park von Wormsathen.

Danach wechselte das Gut mehrmals den Besitzer. Nach den Baronen v. Fircks und v. Roenne kam es 1856 endgültig in die Hände der Familie v. Hahn. Diese blieben bis zur Enteignung 1922 im Besitz des Gutes.

Die Grundform des Hauses entstand wohl 1568, unter den damaligen Besitzern, der Familie v. Rosen. Auch der 1809 erfolgte Umbau des Hause scheint an der archaisch wirkenden Ansicht des Hauses nicht allzuviel geändert haben. Während der Unruhen im Jahre 1905 brannte das Haus ab und wurde unter Leitung des Rigaer Architekten Wilhelm Ludwig Nicolai Bokslaff behutsam wieder aufgebaut.

Das Haus ist zweigeschossig, 7-achsig und wird von einem gewaltigen Mansarddach gekrönt. Am Südgiebel ist ein Treppenturm angefügt. Auf der Flussseite sind die beiden mittleren Fenster, die das Türfenster (wohl ehemals der Übergang zur Brücke) einrahmen, deutlich größer dimensioniert und lockern die sonst recht streng wirkende Fassade etwas auf.

Das erste Dachgeschoss wird durch 3 große Gaupen belichtet und somit voll bewohnbar.
Das Haus wurde in den letzten Jahren zu großen Teilen saniert: Dach und Dachstuhl, Balken und Ständerwerk, neue Holzfenster und Eichentüren, Treppen und eine Fussbodenheizung für den 1. Stock vorbereitet. Das Dachgeschoss ist ebenfalls zum Ausbau vorbereitet.

Zum Ensemble gehören: ein Gärtnerhaus (200 qm), ein Gemüselager (100 qm), ein Stallgebäude, eine Scheune, Garage für 3 PKW, ein Brennholzlager, eine Sauna am Flussufer, 2 Teiche für Fischzucht, ein Brunnen (80 m) und mehrere Fundamente für landwirtschatliche Gebäude.
Das Grundstück hat eine Gesamtfläche von 20,37 ha, davon 12,37 ha Park und Wald, 6 ha Ackerland ud 2 ha der Gutskomplex.

Link zum Objekt-Video auf unserem YouTube-Kanal: https://youtu.be/JVngPJPclRQ

 

Gutshaus Nogallen

 

  • Baujahr: von 1874 bis 1880
  • Lage: ca. 120 km nordwestlich von Riga, 20 km nordöstlich von Talsi und 15 km bis zum Meer
  • Objektanschrift: „Nogales pils“, Nogale, Gemeinde Ārlava, Bezirk Talsi
  • Nutzfläche: 2330,2 qm + einstöckige Garage
  • Grundstücksfläche: 160.000 qm, davon ca. 21.000 qm Seefläche
  • Eigentümer: privat
  • Preis: 850.000 €
  • Provision: 3,5 % zuzügl. der gesetzlichen MWST für den Käufer
  • Widerrufsbelehrung

 

Das Gebiet um Nogallen gehörte im Bistum Kurland zum bischöflichen Amt Erwahlen. Lehnsherr war der letzte Bischof Herzog Magnus. Als Rittergut erscheint Nogallen Anfang des 17. Jahrhunderts im Besitz des Piltenschen Landrates Friedrich v. Brunnow. Die Familie blieb rund 100 Jahre im Besitz des Gutes bis es Niklas Georg v. Brunnow um 1710 an Magnus Georg v. Fircks verkaufte. Die Barone v. Fircks haben Nogallen fast 200 Jahre besessen. Die Witwe des Barons Ernst v. Fircks, Marie, geb. Baronesse Behr, verkaufte das Gut an Otto v. Transehe und dieser schließlich 1910 an die Baronin Marie v. Nolcken, die 1920 enteignet wurde.

Das Herrenhaus wurde nach Entwürfen des Architekten Theodor Seiler im neoklassizistischen Stil, inmitten einer schönen Landschaft erbaut. Wegen der wald- und wildreichen Gegend wurde es auch das Jagdschloss des Baron v. Fircks genannt und wegen der überaus prachtvollen Ausstattung auch das „Rundale Kurlands“.

Das zweistöckige, 12-achsige Haus steht auf einem hohen Sockelgeschoss und hat einen imposanten ionischen Portikus auf der Parkseite. Ebenfalls zum Park ausgerichtet ist ein kleiner Pavillonanbau. Die Hofseite hat ein pilastergeschmücktes 3-achsiges Portal und wirkt durch die vor die linke Seite gesetzte separate einachsige Fassade etwas unregelmäßig.

Das Interieur des Hauses ist auch heute noch, wohl auch wegen der schon in den 80iger Jahren erstmalig vorgenommenen Restaurierung, beachtlich. Neobarocke Wand- und Deckenmalereien wechseln sich ab mit Majolika Keramik an den Wänden und kunstvoll geschmückten Kaminen und majestätischen Öfen.

Von der Gartenterrasse hat man einen spektakulären Blick auf den über 2 ha großen und über 20 m tiefen See. Im ca. 3 ha großen Park sind die jahrhundertealten Eichen besonders beachtenswert.

 

Gutshaus Breechen

 

    • Baujahr: Anfang 18.Jh./ Umbau Anfang 20.Jh.
    • Lage: 1,5 km nördlich von Jarmen, 4,5 km südwestlich von Gützkow, an der alten B96, jetzt L35, 2 min. bis zur A20. Greifswald 18 km, Stralsund 55 km, Berlin 190 km entfernt. Zum Strand der Insel Usedom fährt man ca. 40 min.
    • Adresse: Peenestr. 16, 17506 Gützkow, OT Breechen, Amt Züsow, LK Vorpommern-Greifswald
    • Nutzfläche: Gutshaus mit 17 Räumen auf 2 Ebenen mit ca. 375 qm Nutzfläche, Wirtschaftshaus auf 2 Ebenen mit ca. 300 qm Nutzfläche, Keller ca. 100 qm.
    • Grundstücksfläche: 3.750 qm
    • Eigentümer: private Gesellschaft
    • Preis: 165.000 €
    • Provision: 3,5 % zuzügl. der gesetzlichen MWST für den Käufer
    • Widerrufsbelehrung

     

    B reechen ist wohl eine slawische Gründung (Brjeh – Ufer) und bezeichnete die Lage am Ufer der Peene. 1,5 km nördlich von Jarmen, dem Amt Gützkow zugehörig, liegt das Gutshaus des ehemaligen Rittergutes Breechen.

    Die älteste Nachricht über Dorf und Gut stammt aus dem Jahre 1629, da gehörte Breechen zum fürstlichen Domanio und Herzog Bogislav XIV verschrieb es seinem Kammerjunker Victor Horn zum Erbeigentum. In dessen Besitz blieb es jedoch nicht lange. 1708 ist ein Rittmeister v. Normann als Eigentümer aufgeführt, 1782 die Familie v. Hardt und 1802 die nobilitierte Wolgaster Kaufmannsfamilie v. Homeyer. Seit 1834 ist die Wolgaster Familie Schmidt Eigentümer, die dann auch 1849 in den Rittergutsmartikel aufgeführt wird.

    1928 war Ernst v. Heyden der letzte Besitzer des 266 ha großen Gutes, bevor es aufgesiedelt wurde. 1939 verzeichnet das pommersche Güteradressbuch einen Ernst Fründ als Eigentümer des 35 ha großen Resthofes, der wohl die Basis des ebenfalls dort verzeichneten Gasthofes war. Während der DDR Zeit hatte das Haus unterschiedlichste Nutzungen. Von einer ersten Heimstatt für die vielen Ostflüchtlinge bis zu einer kleinen Schuhfabrik im Wirtschaftstrakt reichte die Palette.

    Vermutlich wurde das heutige Gutshaus bereits zum Anfang des 18. Jahrhunderts errichtet und später überformt. Das von außen relativ klein wirkende eingeschossige Haus (18 x 9,5m) hat sieben Achsen und steht auf einem flachen, verputzten Sockel. Ein mächtiges Satteldach schließt das Haus nach oben ab.

    Die beiden Zwerchhäuser an den Fronten entstanden in ihrer heutigen Form wohl erst zum Anfang des 20. Jahrhunderts im Stile der Heimatschutzarchitektur des Schultze-Naumann. Die so entstandene Optik des Hauses ist recht ungewöhnlich und sucht ihresgleichen im Lande. Das an die westliche Gebäudeecke angebaute Wirtschaftsgebäude stammt vermutlich auch aus der Umbauzeit Anfang des 20. Jahrhunderts.

    Das Haupthaus ist mit einem Tonnengewölbe teilunterkellert. Es haben sich erstaunlich viele historische Ausstattungsdetails verschiedener Stilarten im Inneren des Hauses erhalten. In der Eingangshalle besteht der Fußboden aus Ölandsteinplatten, ansonsten sind sowohl Dielen und Parkettböden und in der ehemaligen Küche auch bauzeitliche Fliesen in unterschiedlichen Erhaltungszuständen vorhanden.

    Im Gartensaal befindet sich ein offener Kamin, ansonsten wurde das Haus mit Kachelöfen geheizt. Ob der großzügige Saal im Obergeschoss in der Umbauphase Anfang des 20.Jhdts entstand und wie er genutzt wurde, gilt es noch zu ergründen.

    Das Haus ist an die öffentliche Wasserver-, bzw. -entsorgung angeschlossen. Alle Hausanschlüsse wurden 2015 neu gelegt, jedoch müssen alle inneren Installationen erneuert werden.