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Das baltische Gut

  Die an den Wendenkreuzzügen unter Heinrich dem Löwen beteiligten, oder später bei der „Aufsegelung“ des Baltikums und der Landnahme des Deutschen Ordens ins Land gekommenen Ritter wurden für ihren Einsatz im Kampf gegen die Heiden mit Land belohnt. Auf diesen großen Gütern entstanden im Laufe der Jahrhunderte erstaunliche architektonische Ensembles. Ob unter der Herrschaft des Ordens, der Schweden oder des Russischen Reiches, deren Einflüsse vereinen sich in der Entwicklung des Typus des Baltischen Herrenhauses, gewissermaßen als Höhepunkt dieser Entwicklung. Die politischen Brüche des 20. Jahrhunderts beendeten diese patriarchalische Zeit und ließen auch die baltischen Herrenhäuser als Opfer zurück. Jedoch ungeachtet aller Vernutzung und Zerstörung während der unsäglichen Sowjetzeit, es haben sich erstaunlich viele Häuser als Denkmäler ihrer Zeit erhalten. Baudenkmäler sind geschichtliche Urkunden. Sie haben nicht nur für das Bauwesen ihre Bedeutung, sondern können auch darüber hinaus wertvolle Beiträge zur allgemeinen Landesgeschichte bieten. Die Architekturgeschichte ist ein getreues Spiegelbild der Schicksalsgeschichte eines Landes. Je vielgestaltiger und bewegter die Vergangenheit, umso beziehungsreicher ist die Sprache der baulichen Urkunden. Die auf unserer Seite zum Verkauf stehenden …

Das deutsche Gut

  Wer von Westen kommend nach Berlin reist, der wird nach dem Queren der Elbe eine deutliche Veränderung des Landschaftsbildes bemerken. Die Landschaft wird großflächiger, besonders die Felder werden größer. Das Land jenseits der Elbe ist das Land der großen landwirtschaftlichen Güter. Hier hat sich beginnend mit der Ostkolonisation im 12. Jahrhundert eine Kultur/Naturlandschaft entwickelt, die einzigartig in Europa ist. Die mit Heinrich dem Löwen ins Land gekommenen Ritter wurden für ihren Einsatz im Kampf gegen die Slawen in erster Linie mit Land belohnt. Dieser Dienstadel verschmolz im Laufe der Zeit mit den slawischen Adelssippen und es entstand der eher simple, bodenständige ostelbische Adel. So sind es auch immer wieder dieselben Namen, die von den späteren Landesherren, den mecklenburgischen und pommerschen Herzögen belehnt wurden. Die Oertzen, Maltzahn, Bülow, Plessen, Hahn, Bassewitz und Blücher kamen so zu großem Landbesitz. Beschränkte sich die Eigenbewirtschaftung des Besitzes anfangs nur auf wenige Hufe, so änderte sich dies ab dem 16.Jhdt. dramatisch. Der 30 – jährige Krieg, der auch im Norden und Osten Deutsschlands zu ungeheuren Bevölkerungsverlusten geführt hatte, leistete …