Lettland

Gutshaus Zirstenhoff

 

  • Baujahr: ca. 1886
  • Lage:  ca. 130 km bis Rīga
  • Objektanschrift: Cirsti, Inešu Gemeinde, Vecpiebalga Bezirk
  • Nutzfläche: Gutshaus 432 qm, Turm 78 qm
  • Grundstücksfläche: 89.000 qm
  • Eigentümer: privat
  • Preis: 400.000 €
  • Provision: 3,5 % inkl. MWST für den Käufer

 

Circa 130 km östlich von Riga im südlichen Livland liegt das ehemalige Gut Zirstenhoff (Cirsti). Die Gutsanlage liegt malerisch eingebettet in eine Biegung des Flusses Ogre, eines Nebenflusses der Düna. Ca. 1 km der Uferlinie gehören zum Grundstück.

Cirsti – Zirstenhoff hat eine interessante Geschichte. Erstmalig erwähnt 1340 als ein Lehen des Rigaer Erzbischofs an die baltisch-deutsche Familie v. Tiesenhausen. In dieser Familie blieb das Gut bis in die schwedische Zeit im 17. Jahrhundert. Ab 1681 kommt die Familie v. Trautvetter in den Besitz von Zirstenhoff und 1764 dann endlich die v. Strandmanns, die es bis zur Enteignung 1920 besaßen.

Magnus v. Strandmann und sein Sohn Magnus Friedrich Arvid waren dann auch die Erbauer des Herrenhauses von 1886. Magnus Friedrich Arvid war eine bekannte Persönlichkeit im alten Livland. Unter anderem war er stellv. Bürgermeister von Riga, Vizelandmarschall der Livländischen Ritterschaft, Konsistorialpräsident der Livländisch Lutherischen Kirche und letzter Landrat Livlands. Er starb 1926 in Warnemünde.

Das Herrenhaus von Zirstenhoff ist ein eindrucksvolles Beispiel für die Neogotik des 19. Jahrhundert. Es findet sich hier die ganze Palette der Elemente dieser architektonischen Formsprache. Das erhalten gebliebene 7-achsuge Hauptgebäude hat die Abmaße 20x15m und ist zweistöckig, über einem hohen Kellergeschoß. Der 3-achsige Mittelrisalit springt deutlich hervor und wird geprägt durch zwei gewaltigen Kirchenbauähnlichen gotisierenden Fenster. Ursprünglich hatte das Haus einen langestreckten Verbindungsbau zu dem ältesten Bauwerk, dem Wehrturm links vom Haus und war somit nahezu doppelt so groß.

Zirstenhoff war jedoch eines der Opfer der 1905er Unruhen, bei denen eine ganze Reihe von baltischen Herrenhäusern in Brand gesteckt wurden. Bis auf eine relativ gut erhaltene Scheune sind alle anderen ehemaliger Gebäude des Gutes Ruinen. In den 30iger Jahren wurde auch der unterirdische Verbindungsgang zwischen Herrenhaus und Wehrturm zugeschüttet.

Zwischen den ehemaligen Wirtschaftsgebäuden und dem Herrenhaus befindet sich ein ca. 800 qm großer, mit historischem Pflaster erhaltener Platz.

Für das Herrenhaus selbst existiert ein genehmigter Sanierungsplan und es sind eine Reihe von historischen Baustoffen für die Sanierung des Hauses vorhanden.