Lettland

Gutshaus Nerft

 

  • Baujahr: 17. Jahrhundert/ Umbau ca. 1850
  • Lage:  ca. 130 km bis Rīga
  • Objektanschrift: Neretas muiža, Gemeinde Nereta, Bezirk Nereta
  • Nutzfläche: Gutshaus ca. 600 qm
  • Grundstücksfläche: 146.000 qm
  • Eigentümer: privat
  • Preis: 49.000 €
  • Provision: 3,5 % inkl. MWST für den Käufer

 

Das Herrenhaus von Nerft (Nereta) liegt im Südosten der Region Semgallen unmittelbar vor der litauischen Grenze. Nerft wurde 1298 erstmalig erwähnt. Das Gut gehörte zur Ordenszeit zur Komturei Ascheraden. Im Jahre 1561 wurde der Deutschordenskomtur Wilhelm v. Effern, Burggraf von Riga, mit dem Gut belehnt. In der Familie blieb es wohl bis Mitte des 17. Jahrhunderts. Danach kam es durch Erbschaft in die Familie v. Plettenberg, die es bis 1697 besaßen.

In der Folge wechselten die Eigentümer mehrmals. Von 1824 bis 1920 war Nerft dann Eigentum der Grafen Schuwalow. Die baltische Dichterin Eliza v. d. Recke verbrachte im Gutshaus von Nerft einen Teil ihrer Kindheit.

Heute besteht das Anwesen noch aus dem ca. 9×19 m großen ehemaligen Herrenhaus, einem Nebengebäude und mehreren historischen und überaus imposanten Ruinen, die die Ausdehnung der ehemaligen Anlage noch gut erkennen lassen.

Die Anlage von Nerft war wohl ursprünglich als Dreiflügelanlage mit einer Wehrmauer in die Flussbiegung der Nereta als natürlicher Schutz gebaut worden. Innerhalb dieser Wehrmauer entstanden dann zu verschiedenen Zeitperioden Häuser und Wirtschaftsgebäude. Das Endergebnis dieser Entwicklung war dann ein Dreiflügelgut.

Das älteste Bauwerk scheint die aus gebrannten Ziegeln gemauerte und mit Kalkmörtel verputzte Wehrmauer zu sein. Diese könnte noch aus dem 16. Jahrhundert stammen. Der zentrale Platz war direkt gegenüber dem Einfahrtstor einem wohl im 19. Jahrhundert errichteten Wirtschaftsbau zugeteilt.

Das eigentliche Herrenhaus weist alte Architekturformen und Bauelemente des 17. Jahrhunderts auf – die Wände, rustikaler Verputz, hohe und schmale Endfassadenproportionen. Die Fassade wurde allerdings wohl Anfang des 19. Jahrhunderts nochmals umgebaut.

Das Haus ist zweigeschossig über einem hohen Sockelgeschoss und mit einem Satteldach abgeschlossen. Durch die ungegliederte Fassade und die weit auseinanderliegenden Fensterachsen, sowie die relativ kleinen Fenster, wirkt das Haus sehr massiv. Die über einen Meter mächtigen Außenwände verstärken diesen Eindruck weiter und lassen das Haus eher wie eine Burg erscheinen.

Die Raumhöhen betragen nur knapp 2,00 m im Sockelgeschoss, dann 2,40 im 1. OG und erreichen erst im 2. OG eine für Häuser dieser Art übliche Höhe von etwas über 3,00 m.

Dem Herrenhaus gegenüber wurde vermutlich in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts ein weiterer Wohnflügel errichtet, dessen Reste noch erhalten sind.

Das Grundstück erstreckt sich über insgesamt ca. 14 ha. Dabei entfallen ca. 8 ha auf den waldähnlichen Park mit einem großen Bestand von 100-120 Jahre alten Linden. Zwei Teiche im Park nehmen das Thema Wasser auf. Die Zufahrt zum Herrenhaus führt über eine Schotterstraße in befriedigendem Zustand.

Das Ensemble steht heute als nationales Denkmal unter Schutz.