Deutschland

Gutsanlage Lindow

 

  • Baujahr: ca. 1750
  • Lage: A 20 Ausfahrt Friedland, Strasburg (Uckermark) 12 km, Friedland 10 km entfernt
  • Adresse: OT Lindow, Gemeinde Gr0ß Miltzow, LK Mecklenburgische Seenplatte
  • Nutzfläche: Gutspächterhaus: ca. 650 qm, Katen: ca. 240 qm, ehem. Pferdestall: ca. 530 qm, ehem. Kuhstall: ca. 1.000 qm, ehem. Schmiede: ca. 140 qm
  • Grundstücksfläche: 31.451 qm
  • Eigentümer: privat
  • Preis: 20.000 €
  • Provision: für den Käufer provisionsfrei

 

Zwischen Friedland und Straßburg, nahe der A20 Ausfahrt Friedland liegt das ehemalige Domanialdorf Lindow. Erstmalig 1298 durch eine Schenkungsurkunde an das Kloster Wanzka erwähnt, hatten zunächst mehrere Adelsgeschlechter, wie die v.Dewitz, v. Lindow und v. Rieben Besitzanteile in Lindow. Schon vor dem 30-jährigen Krieg hielt allerdings das Strelitzer Herzoghaus ebenfalls Anteile in Lindow. Nach der Entvölkerung in der Folge des 30-jährigen Krieges war auch Lindow wüst geworden und wurde erst in den letzten Jahrzehnten des 17. Jahrhunderts wieder aufgebaut. Im Laufe des 18.Jahrhunderts kam Lindow dann gänzlich in herzogliche Hand.

Ein Hof und damit ein Wohngebäude ist seit 1496 in Lindow nachgewiesen. Ob es sich dabei um den Vorgänger des heutigen Gutspächterhauses handelt ist nicht bekannt. Das heutige Haus geht mit Sicherheit auf einen Neu- oder gravierenden Umbau zur Mitte des 18. Jahrhunderts zurück. Ende des 19. Jahrhunderts wurde es nochmals umgebaut und z.B. die heutige Eingangssituation mit der asymmetrisch eingebauten zweiflügeligen Eingangstür geschaffen. Das Haus ist ein eingeschossiger 12-achsiger Fachwerkbau auf einem feldsteinverkleideten Sockel und teilunterkellert. Ein abgewalmtes Mansarddach mit Gauben schließt das Haus nach oben ab. Ein 1936 errichteter, über eine kleine Freitreppe erreichbarer Vorbau, belichtet die dahinterliegende Diele. Die Innenaufteilung ist wohl in etwa bauzeitlich und wenig verändert und es sind noch einige alte Türrahmungen und Fliesen erhalten.

Rechts an das Gutspächterhaus schließt sich ein ca. 30 x 8 m langer Katen an. Rechtwinkelig dazu steht der ehemalige Pferdestall mit der Jahreszahl 1887 am Giebel und den Abmaßen 33 x 16 m. Zur Straße schließt sich der 35 x 27 m große ehemalige Kuhstall an, der an der Westseite um einen 8 x 8 m großen Anbau erweitert wurde. Auf der gegenüberliegenden Seite steht die 12 x 8 m große ehemalige Gutsschmiede. Nicht zum ursprünglichen Gutsensemble gehört eine zu DDR Zeiten errichtete Halle, die an die nordöstliche Grundstücksgrenze gebaut wurde. Ein zunehmend verlandeter großer Teich schließt das Grundstück nach Süden ab.

Alle Gebäude sind mittel bis stark geschädigt, besonders das Haupthaus ist teilweise einsturzgefährdet und eine schnelle Sicherung wäre dringend nötig. Ein Teil des Gutsensembles, u.a. das Gutspächterhaus ist in die Denkmalliste des Landkreises eingetragen.

Fazit: Die Erhaltung und Sanierung des Ensembles ist eine Aufgabe für jemanden, der einen langen Atem und viel Leidensfähigkeit mitbringt, um diese auch durchzustehen.

Manfred Achtenhagen begutachtet das Potential von Lindow im Rahmen der ZDF Serie „Die Gutshausretter“.